Die Rasse Fleckvieh-Simmental gehörte beim 9. Mitteldeutschen Fleischrindwettbewerb auf der agra 2026 zu den prägenden Rassen der Schau. Mit 38 Wettbewerbstieren in 10 einzelnen Richtklassen stellte sie den zahlenmäßig stärksten Rasseblock des Wettbewerbs und unterstrich damit eindrucksvoll ihre Bedeutung innerhalb der mitteldeutschen Fleischrinderzucht. In den ausgeschriebenen Kategorien Kühe mit Kalb, Jungrinder bis 18 Monate, Färsen ab 18 Monate und Altbullen präsentierte sich die Rasse in großer Breite und auf hohem Niveau.

Grand Champion der Agrar 2026 - #144 Kati vom Uchtetal, Dieter Feißel, Käthen
Kati krönt den Schautag
Besonders in den weiblichen Klassen prägte Fleckvieh-Simmental das Geschehen. Bei den Kühen mit Kalb führte kein Weg an # 144 Kati PP vom Uchtetal (Major Sky x Steinadler) von Dieter Feißel, Käthen, vorbei. Die bereits mehrfach erfolgreiche elfjährige Kuh überzeugte mit Ausstrahlung, ihrer Qualität als Altkuh und ihrem sehr gut entwickelten 9. Kalb (v. Mr Bull) bei Fuß. Kati gewann nicht nur den Rassesieg bei den Fleckvieh-Simmental-Kühen, sondern behauptete sich anschließend auch in der Interbreed-Entscheidung ihrer Kategorie und beendete den Schautag schließlich als Grand Champion des gesamten Wettbewerbs.
Starke Rassesieger bei Färsen und Jungrindern
In den weiteren weiblichen Klassen bestätigte Fleckvieh-Simmental diesen starken Eindruck. Bei den Färsen ab 18 Monate gewann # 168 Marlen PP (SMW John x Drakon) von Ingo Dettmann, Eichstedt. Sie präsentierte sich mit viel Harmonie, Korrektheit und Entwicklung und stand damit als Rassesiegerin an der Spitze dieses Wettbewerbs. In der Kategorie Jungrinder bis 18 Monate sicherte sich # 184 Magic-Rose Pp von Bundes-Mühle (Monty x T-Bonus) von Christian Bunde, Drewitz, den Rassesieg. Sie beeindruckte durch Breite, Top-Entwicklung und ein stimmiges Gesamtbild.

# 184 Magic-Rose von Bundes-Mühle von Christian Bunde, Drewitz,

# 168 Marlen von Ingo Dettmann, Eichstedt.
Breite Qualität spiegelt sich in den Ia-Platzierungen
Wie dicht und leistungsstark der Fleckvieh-Simmental-Auftrieb besetzt war, spiegelte sich auch in den weiteren Ia-Platzierungen der einzelnen Kategorien wider. Bei den Kühen mit Kalb wurden neben Siegerkuh Kati auch # 152 NW Nathalie Pp (Anton x Speed) von Torsten Nagel, Wahrburg sowie # 159 Marlene PP (Buddy x Drakon) von Ingo Dettmann, Eichstedt mit Ia-Preisen ausgezeichnet. Nathalie präsentierte sich als würdige Nachfolgerin ihrer langlebigen, milchreichen und schaustarken Mutter Naomi mit sehr viel Chic, einem guten Euter und einem Top-Kuhkalb von Chino PP. Bei den Erstkalbskühen konnte die zweieinhalbjährige Marlene als jüngste Kandidatin punkten und überzeugte mit Eleganz, Ausstrahlung und einem schmucken Bullenkalb aus Dezember 2025. Darüber hinaus verdienten eigentlich viele weitere Kühe des Wettbewerbs Erwähnung. Die hohe Leistungsdichte führte dazu, dass zahlreiche Entscheidungen denkbar knapp ausfielen – zugleich ein deutlicher Hinweis auf die insgesamt hohe Qualität der aufgetriebenen Tiere.

# 152 NW Nathalie von Torsten Nagel, Wahrburg

# 159 Marlene von Ingo Dettmann, Eichstedt

# 162 Alina vom Uchtetal von Dieter Feißel, Käthen
Auch bei den Färsen ab 18 Monate fielen die Entscheidungen auf hohem Niveau. Hier erhielt neben der Siegerin Marlen auch # 162 Alina PP vom Uchtetal (Springbank x Marlon) von Dieter Feißel, Käthen, eine Ia-Platzierung. Alina überzeugte mit enormer Entwicklung sowie guter Länge, Breite und Tiefe.
Jungrinder mit bemerkenswerter Dichte
Besonders breit aufgestellt war Fleckvieh-Simmental in der Kategorie Jungrinder bis 18 Monate. Neben Siegerin Magic-Rose wurden # 170 NW Grace Pp (BP Herrsching x Gigant) von Torsten Nagel, Wahrburg, # 175 Kaiserin von Bundes-Mühle (Graf John x CSW Laki 2) von Christian Bunde, Drewitz sowie # 189 NSI Johanna PP (Gin x NSI Charles) von Thomas Eydner, Frohburg als Klassensiegerinnen gekürt. Gerade in dieser Altersgruppe wurde besonders deutlich, dass Fleckvieh-Simmental nicht nur mit einzelnen Spitzentieren, sondern mit einer bemerkenswert geschlossenen Kollektion im Wettbewerb vertreten war.

# 170 NW Grace von Torsten Nagel, Wahrburg

# 175 Kaiserin von Bundes-Mühle von Christian Bunde, Drewitz

# 189 NSI Johanna von Thomas Eydner, Frohburg

# 137 Lucky von der Agrozucht GmbH, Frauenstein
Altbullen runden das Bild ab
Stimmig fügte sich die Altbullenklasse in dieses Gesamtbild ein. An der Spitze stand # 137 Lucky PP (Le Mans x Hammer) von der Agrozucht GmbH, Frauenstein, der den Ia-Preis gewann. Der imponierende, leistungsstarke Bulle brachte viel Präsenz und Format in den Ring und behauptete sich damit gegenüber seiner Konkurrenz. Es folgten # 138 RÖ Charlos Pp (RÖ Charlo x Gallant ET) von der Röder GbR, Wulferstedt, mit Ib sowie # 140 Hipp P# (Hans x Steinadler) von Dirk Mühlberg & Jens Mühlberg, Zwenkau, mit Ic.
Bedauerlich war, dass es aufgrund von Ausfällen letztlich zu keiner Jungbullenkonkurrenz kam. Gerade angesichts der Stärke des gesamten Fleckvieh-Simmental-Auftriebs hätte diese Klasse das Bild der Rasse im Gesamtwettbewerb noch zusätzlich abrunden können.
Fleckvieh-Simmental prägt den Gesamtwettbewerb
Unterm Strich gehörte Fleckvieh-Simmental zu den prägenden Rassen des Mitteldeutschen Fleischrindwettbewerbs 2026. Im zahlenmäßig stärksten Rasseblock markierten Kati, Marlen, Magic-Rose und Lucky als Rassesieger die Höhepunkte. Darüber hinaus präsentierte sich die Rasse mit einer außergewöhnlich breiten Spitze und sorgte mit dem Grand-Champion-Titel für Kati im übergreifenden Wettbewerb für den herausragenden Moment. Damit ordnete sich Fleckvieh-Simmental nicht nur als zahlenmäßig stärkste, sondern ebenso als eine der insgesamt erfolgreichsten Rassen der Schau ein.
(Dr. Sabine Schmidt, RinderAllianz GmbH)
Fotos: Gernot Pohl