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Wir trauern um eine Züchterpersönlichkeit.


Am 23. Oktober 2020 verstarb unser Ehrenmitglied Ferdinand Engel im Kreis seiner Familie in Mecklenburg. Er hat sich nicht nur um die Entwicklung der Fleischfleckviehzucht in der DDR große Verdienste gemacht, sondern nach der Wende mit all seiner Tatkraft für die Verbreitung und Förderung der Rasse in ganz Deutschland eingesetzt.

Ferdinand Engel wurde am 16.03.1930 in Hohendorf (Kreis Reichenbach) im heutigen Tschechien geboren. Nach der Landwirtschaftslehre und dem Fachschulbesuch erarbeitete er sich im Fernstudium einen Diplomabschluss und absolvierte die staatliche Tierzuchtleiterprüfung mit Bravour. Seit 1957 leitete er mehrere damals volkseigene Güter. Tierzucht war seine Leidenschaft und dabei hatten die Rinder und insbesondere das Fleckvieh einen ganz besonderen Stellenwert. Das hat ihn bewogen sich für die Verbreitung der Rasse abseits der üblichen Verbreitungsgebiete einzusetzen. Es war vor allem Ferdinand Engel, der die Rasse in Norddeutschland erstmals hoffähig gemacht hat. Seitdem er mit der Leitung des damaligen VEGutes „Groß Helle“ betraut war, hat Ferdinand Engel sich ab 1972 mit ganzer Kraft dafür eingesetzt diesen Betrieb zu einem „Genreservebetrieb“ für die Rasse Fleckvieh in Fleischnutzung zu entwickeln.

Dies hat auch Widerstände provoziert, weil Fleckvieh damals ausschließlich als so genannte „Höhenviehrasse“ galt. Aber Widerstände fachlich und sachlich zu lösen war für Ferdinand Engel eine Herausforderung und keine Hürde. Die damals noch im Süden der DDR, in Thüringen vorhandenen Restbeständen der Rasse wurden selektiv in Richtung Fleisch entwickelt. Aus der Zucht in Groß Helle gingen später einige, der in den Besamungsstationen der DDR eingesetzten Fleckviehvererber hervor.

Die politische Wende im Herbst 1989 bedeutete auch für Ferdinand Engel einen Neubeginn mit neuen Perspektiven. Er hatte den Elan, den Weg in die private Landwirtschaft zu gehen und natürlich war dies für ihn ein Weg mitder Rasse Fleckvieh in Fleischnuntzung. Es ist wiederum vor allem seine Verdienst, das die genetisch wertvolle Kernherde aus Groß Helle der Zucht erhalten blieb. Darüber hinaus stand er vielen Züchtern mit seinem hohen und fundiertem fachlichen Wissen zur Seite. All dies hat auch nicht unerheblich großen Verbreitung der Rasse in den NBL beigetragen.

Dann nach 1990 begann Ferdinand Engel mit g0ßer Konsequenz die genetische Hornlosigkeit in der Zucht zu manifestieren. Ferdinand Engel hat sich, so lange dies seine Gesundheit zuließ, Kompromisslos für die Entwicklung der Rasse auch auf Bundesebene eingesetzt. Er war stets darum bemüht der Rasse ein gesamtdeutsches Podium zu geben. Seiner initiative ist es mit zu verdanken, dass dann die bei der ASR angesiedelte Arbeitsgruppe „Fleckvieh in Fleischnutzung“, deren Vorsitzender er bis 1999 war, gegründet wurde. Für seine Verdienste wurde Ferdinand Engel im Jahr 1995 mit dem Tierzuchtpreis des Landes Mecklenburg- Vorpommern ausgezeichnet. Im Jahr 1996 in Ulm auf der gemeinsamen Bundesschau der deutschen Fleckviehzucht fungierte der „Altmeister“ der Fleckviehzucht noch einmal mit Bravour als Preisrichter.

Dem Verband Deutscher Simmentalzüchter e.V. war es eine ganz besondere Ehre, Herrn Ferdinand Engel 2010 die Ehrenmitgliedschaft des Bundesrasseverbandes Deutscher Simmentalzüchter und die Medaille „für besondere Verdienste in der Fleckviehzucht „ zu verleihen.

Sein großes Wissen und die Bereitschaft, es mit anderen zu teilen, waren immer Bereicherung und haben zahlreiche Züchter geprägt. Wir sind Ferdinand Engel für sein Wirken zu großem Dank verpflichtet.

Der Vorstand