Bundestreffen und Mitglieder­versammlung in Hessen

Nicht nur für die Mitglieder der ersten Stunde war dies ein ganz besonderer Termin. Im Oktober vor zehn Jahren wurde in Hessen der Bundesrasseverband für Fleckvieh/Fleisch, der VDSimmental e.V. gegründet.

Das Pro und Contra dieser Entscheidung wurde damals durchaus hart in der Sache diskutiert. Ein Teil der Züchter­schaft hatte Bedenken, dass damit der Grundstein für eine dauerhafte Trennung der Beef-Population von Fleckvieh in Doppelnutzung gelegt werden könnte. Ein anderer Teil hielt den Schritt dagegen für überfällig, weil die Trennung der Herdbücher und Zuchtziele schon seit den neunziger Jahren Realität war. Zwischen diesen beiden Teilen der Züchterschaft galt es einen tragfähigen Kompromiss zu finden. Diesem Anliegen entsprach die Zusammensetzung des Ehren­amtes. Konsequent wurde darauf geachtet, dass sich das Gremium aus jeweils einem Vertreter pro Bundesland bzw. Zuchtgebiet zusammensetzt. Nicht minder wichtig war und ist das Verhältnis des VDSi zur ASR, dem Dach­verband für die deutsche Fleckviehzucht. Die Fleischfleck­viehzüchter sind sich absolut bewusst, dass der große Erfolg der Rasse in der Mutterkuhhaltung ganz entscheidend auf der engen Verbindung zur großen Doppelnutzungspopulation beruht. Die Aussage „eine Rasse, zwei Herdbücher“ ist absoluter Konsens. Dies heißt aber nicht, dass internationale Genetik keine Rolle spielt. Ein großer Teil der Züchterschaft sieht genau darin die Chance zur Weiterentwicklung der Rasse. Nicht zuletzt deshalb ist der VDSi seit der Gründung aktiv in der europäischen Beef Simmental Szene vertreten (EVF Arge Beef-Simmental). Um den Spagat zwischen den genetischen Strömungen hinzubekommen und gleichzeitig dem auf Fleischleistung fokussierten Zuchtziel Rechnung zu tragen, hat der VDSi vor einigen Jahren für die Fleckvieh Fleischpopulation den Namen Fleckvieh-Simmental in das Gespräch gebracht. Dies hat sich inzwischen bundesweit und international durchgesetzt. Aber für die Entwicklung der Population sprechen vor allem die harten Fakten, die Leistungsparameter. Fleckvieh-Simmental ist heute sowohl zahlenmäßig (Anzahl Herdbuchtiere), als auch leistungsmäßig (tägliche Zunahmen der gekörten Bullen) die Nr. 1 in Deutschland. Darüber hinaus wurde in keiner anderen europäischen Population die Hornlosigkeit zu einhundert Prozent in allen Zuchtgebieten verankert. All dies steht zu diesem Jubiläum auf der Habenseite. Dabei war es den Züchtern und dem Ehrenamt ein ganz besonderes Anliegen, den Tag dort zu begehen, wo die Verbandsgeschichte ihren Anfang nahm – in Hessen.

Die gastgebenden Züchter hatten sich sehr engagiert und professionell auf diesen Termin vorbereit. Auch das Wetter passte ganz wunderbar. Am Samstag standen insgesamt fünf interessante Betriebsbesichtigungen plus ein dem Anlass entsprechender, ganz besonderer Züchterabend auf dem Programm. Der Sonntagvormittag war der Mitgliederversammlung vorbehalten. Im Anschluss daran hatten die Gäste Optionen für zwei weitere Betriebsbesuche. Für alle Betriebe galt, hier wurde in den letzten zehn Jahren hinsichtlich Herdenaufbau und Zuchtqualität „so richtig Gas gegeben“. Heute gehört Fleckvieh-Simmental in Hessen zu den führenden Rassen. Hinsichtlich der Leistungen werden auf Schauen und auch auf der „best of“ unübersehbare und deutliche Akzente gesetzt. Die einheitliche Meinung der gut neunzig Gäste, es gab in allen Betrieben wirklich beeindruckende Qualität zu sehen.

Betriebspräsentationen Tag 1:

Mario Walter, Erlenbacher Stadtweg, 60437 Frankfurt/Main

„Es begann alles damit, dass sich meine Mutter im Jahr 2008, lange nachdem wir die Milchkühe abgeschafft hatten, eine Mutterkuh wünschte“. So begann Mario Walter die Vorstellung seines Betriebes. Heute stehen 12 Kühe und 2 Herdenbullen auf den 18 Hektar Weiden rund um den Erlenhof. Insgesamt bewirtschaftet Mario 140 ha im Haupterwerb, dabei dominieren Kartoffeln, Weizen und Zuckerrüben. Hinsichtlich Boden (70-80 Bodenpunkte), Klima (700 mm Niederschlag) und Lage (im Hintergrund die Skyline von Frankfurt) macht Landwirtschaft hier so richtig Spaß. Die Stadtnähe ist auch ein sehr gewichtiges Argument für den von Marios Lebensgefährtin Silke Eisert gemanagten und gut florierenden Hofladen. Für alle Rinder, die in der Zucht keine Verwendung finden, ist dies die ideale Vermarktung. Beim Aufbau der Herde ging es von Anfang an um Zuchtqualität. Die zugekauften Färsen und die Herdenbullen kamen aus den besten deutschen Zuchtstätten und waren handverlesen. Darüber hinaus wird neben dem Einsatz von Embryotransfer auf internationale Spitzenvererber gesetzt. Die Liste der eingesetzten KB Bullen ist lang und spricht für sich (Campari, Marlon, Atlas, Ulf, Samurai, Capercaill, Imperator, Gabriel, Deuter, Mullyknock Gallant, Steinadler, Elf, Bodybilder, Ursus, Celtic Comet). So waren die ersten Schauerfolge Landessieger Altbullen 2015 Calisto PP (Campino x Venezia) und Landessiegerkuh 2016 + 2017 Jasmina Pp (T-Rex x Herrscher) konsequenter Ausdruck dieser Strategie.


Michael Jakob, Wetterauerstraße 71, 61352 Bad Homburg/ Ober-Erlenbach

Michael Jakob ist von Beruf Hufschmied und betreibt die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Zum Betrieb gehören 14 ha Grünland (zum größten Teil Streuobstwiesen) und gut 10 ha Luzerne. Alles ist ganz auf Fleischrindzucht orientiert. In der vom Gemüseanbau dominierten Region um Frankfurt ist dies schon etwas Besonderes. Der Herdenaufbau begann 2008 mit einer Kuh aus dem Zuchtbetrieb Schultes. Die Wahl der Rasse war eine ganz bewusste Entscheidung. Für Michael waren dabei die Milchleistung und die vom Grünland mögliche Fleischleistung die Ausschlag gebenden Kriterien. Die Herde besteht aktuell aus 12 Herdbuchkühen mit Nachzucht und einem Deckbullen. Natürlich wurden und werden auch überragende Zuchttiere zugekauft. Aber darüber hinaus setzt der Betrieb auf bewährte Kuhfamilien. So gehen allein vier Kühe auf die 2009 geborene ANNEMARIE (Venezia x Halef) zurück. Die überwiegende Anzahl der Färsen und Jungbullen werden zur Zucht verkauft. Ein Großteil der Jungbullen geht in Holsteinbetriebe und diese fordern PP-Bullen, damit rückte die bewusste Selektion auf homozygot hornlose Tiere in den Vordergrund. Die Liste der Schauerfolge ist beeindruckend. So stellte der Betrieb 2011 und 2012 die Landessiegerkuh und 2012 und 2013 den besten Bullen. Die Fleischrindertage Alsfeld, die Best of in Großkreutz und die Bundesschauen sind für Michael Jakob feste Größen im Schaugeschehen.


Gregor Meyer, Lochmühle 1, 61273 Wehrheim

Der Nebenerwerbsbetrieb von Gregor Meyer mit 15 ha Grünland hat bei 240 – 260 m über NN bereits ein wenig Taunuscharakter. Das Grünland besteht auch hier zum überwiegenden Teil aus Streuobstwiesen. Der Einsatz von einem Herdenbullen bei vier Kühen und vier Färsen ist zwar ein wenig Luxus. Aber da KB nur schwer möglich ist, lässt sich so einfach gezielter anpaaren. Da die Bullen ganzjährig mit den Kühen zusammen sind, gibt es keine feste Abkalbezeit. Die angestrebte Vermarktung liegt schwerpunktmäßig im Zuchtviehverkauf. Schlachtvieh wird über einen regionalen Metzger vermarktet. Im Winter werden die Rinder in einem Tiefmistlaufstall gehalten. Angestrebt werden mittelrahmige Kühe mit sehr guter Milch-und Fleischleistung.


Tobias Feucht, Homburger Straße 101, 61352 Bad Homburg / Ober-Erlenbach

Ober-Erlenbach ist ein Stadtteil von Bad Homburg im Hochtaunuskreis und liegt am nördlichsten Stadtrand von Frankfurt/Main. Der 1964 ausgesiedelte Haupterwerbsbetrieb basiert auf etwa 120 ha, davon sind 39 ha Dauergrünland und Luzerne. Auf der gut 82 ha umfassenden Ackeranbaufläche mit Bodenwertzahlen von 70-90 Punkten werden Weizen, Raps, Zuckerrüben, Mais und Hafer angebaut. Wobei der Hafer im Wesentlichen für den Betriebszweig Pensionspferde gedacht ist. Aktuell setzt sich der Bestand aus 12 Herdbuchkühen mit Nachzucht und zwei Deckbullen (Holly von Bundes-Mühle (Heiner x Egon) und Diego vom Stangenwiesenhof (Lykke Dixie x Sudan) zusammen. Darüber hinaus arbeitet Tobias Feucht mit künstlicher Besamung. Auch in diesem Betrieb hat der Verkauf von Zuchttieren oberste Priorität. Damit gewinnt die Beteiligung an Schauen und Auktionen selbstverständlich an Bedeutung. Die bisherige Erfolgsliste kann sich dabei durchaus sehen lassen. Da wären Diego, der Hessenchampion 2016, der Campari-Sohn Campino Landessiegerbulle 2012 + 2013 + 2014, Calisto Landessiegerbulle 2015 und Gwendy F, das Siegerrind aller Rassen auf der Best of in Groß Kreutz.


Markus Rahn, Hoherodskopfstraße 33, 35327 Ulrichstein-Bobenhausen

Der Nebenerwerbsbetrieb wurde in 2003 bei einer damaligen Betriebsgröße von 12 ha von den Eltern übernommen und in 2005 und 2014 jeweils durch den Bau eines neuen Stalls erweitert. Die Bewirtschaftung erfolgt heute im ökologischen Anbau, auf gut 70 ha Grünland. Bei einer Höhenlage von 400 m ü. NN ist der durch Hanglagen geprägte Mittelgebirgscharakter mit ausreichend Niederschlag schon deutlich spürbar. Vor allem den Gästen, aus dem von Trockenheit geplagten Mitteldeutschland, erschienen die satten tiefgrünen Weiden geradezu paradiesisch. Sowohl die Kühe, als auch die Färsenherde waren sehr überzeugend. Aktuell besteht der Bestand aus 30 Herdbuchkühen, 7 tragenden Färsen, 15 Jungrindern, 25 Kälber und 2 Jungbullen (sehr schicke Egon-Söhne). Herdenbulle ist der erst im März zugekaufte Bismarker Siegerbulle Glanz von Bundes Mühle (Gigant x Robert). Auch wenn es nicht ganz so einfach ist, ausgewählte Kühe werden trotzdem mit Spitzen KB-Vererbern angepaart. Zum Einsatz kamen und kommen das „who is who“ der Fleckvieh- Simmentalszene wie Dirnanean Apostel PP, Celtic Comet Pp, Imperator PP, Leeky Soup PP, Gabriel PP, Steinadler PP, Gigant Pp, Diamant PP, Escalop 13, Zeder PP, Iceman P, Carl PP und Campari PP. Der Betrieb konzentriert sich vorrangig auf den Verkauf von Zuchttieren, darüber hinaus geht alles in die gut funktionierende Direktvermarktung. Das Zucht- und Schaugeschehen ist dem Betriebsleiter sehr wichtig und die bisherigen Erfolge lassen sich durchaus sehen (Sieger und Reservesieger bei Rindern 2014 Alsfeld und Reservesiegerkuh 2010 Alsfeld).

Betriebspräsentationen Tag 2:

Friedrich Wilke, Im Feld 9, 34519 Diemelsee-Rhenegge

Auf einem typischen Grünlandstandort liegt der Hof von Friedrich & Pia Wilke im waldeckischen Rhenegge; flachgründiger Schieferboden und viele Hanglagen kennzeichnen diese Region, die zu den Milchvieh-Hochburgen Hessens zählt. Nach der sehr erfolgreichen Holstein-Ära startete Friedrich Wilke mit seiner Fleckvieh-Simmental-Zucht und baute zielstrebig eine Spitzenherde auf und stellte seinen 45 ha Grünland-Hof auf Bio um. Zu den besonders gelungenen Ankäufen zählt die Padua- Tochter Bella Pp (Siegerrind „Best Of“ 2010), die in der Herde und darüber hinaus eine herausragende Nachzucht hinterlassen hat. Rahmige, tiefe Kühe mit viel Format und Gewicht, und das nur mit Gras. Schnell war das Ziel klar definiert: die Kühe sollen Freude bereiten, eine reine Gebrauchsherde kommt für den Züchter Friedrich Wilke nicht in Frage. Zügig wurde der Boxenlaufstall zur winterlichen Heimat bester Tiere und für den Sommer steht die „Alm“ auf dem Mühlenberg zur Verfügung. Über den Einsatz bestens selektierter KB-Bullen (ein Erbe aus der Milchvieh-Zeit) und konsequente Selektion wurde ein Genetik-Pool auf hohem Niveau geschaffen. Schnell stellten sich die Erfolge ein, z. B. stellte Friedrich Wilke in 2014 mit Totilas PP einen begehrten Körsieger, der in 2017 und 2018 jeweils Landessieger wurde. Weitere Körsieger kamen dazu (Söhne von Malibu bzw. Apostle) und die Spitzenrinder beim Fleischrindertag waren immer enorm begehrt bei der Auktion. Auf der aktuellen KB-Liste stehen Namen wie Diamant PP, Samson PP, Tuareg PP, Deuter PP oder auch Escalop 13, den Rest erledigt der selbst gezogene Vererber Rocko PP. Neben vielen Auktionskunden, die Fleckvieh-Genetik von Friedrich Wilke erwerben konnten, gibt es eine größere Zahl an Wiederholungskäufern, die über Bullen oder auch Rinder aus Rhenegge ihre Herden verbessert haben.
J. Grünhaupt


Matthias Urbach, Untergasse 21, 36320 Kirtorf-Wahlen

Eine feste Größe in der hessischen Fleckvieh-Simmental-Zucht ist seit mehr als einem Jahrzehnt der Bio-Betrieb von Matthias Urbach aus Wahlen im nördlichen Vogelsberg; auch hier dominiert das Grünland eindeutig. Nach dem Beginn der Herdbuchzucht und zielgerichteten Aufstockung der Herde erfolgte der Neubau eines Zweiraumstalles außerhalb des Dorfes. Damit einhergehend begann Matthias Urbach mit der Ausstellung seiner besten Tiere beim Fleischrindertag in Alsfeld, denn über diesen Weg wurde der Betrieb schnell durch seine Erfolge bekannt. Das Highlight war der Titel „Hessen-Champion“ für seinen Vererber Lando, der sich gegen die starke Konkurrenz aller Rassen durchsetzen konnte (damals stellte Fleckvieh-Simmental kaum 5 % der hessischen Population). Seine Tochter Mia wurde später Bundessiegerin auf der Färsenschau in Erfurt. Weitere wichtige Vererber in der Herde Urbach waren der Henri-Sohn Hubert PP oder der Steinadler-Sohn Steinpilz PP, der zuvor in der Herde Wilke gedeckt hat. Mit dem aktuellen Vererber Diego PP (Mitbesitz T. Feucht) gelang der Familie Urbach sogar der zweite Titel „Hessen-Champion“ in 2016 und auch dieses Mal war die Konkurrenz sehr stark; ein beeindruckender Erfolg! Selbstverständlich ist, dass die Jahrgangsbesten beim Fleischrindertag in Alsfeld erschienen sind und dort den Weg in viele neue Hände gefunden haben. Dieses wird in Zukunft so passieren, denn die Vermarktung über die Auktionen sind der beste Weg, darin sind sich Matthias und Karina Urbach einig.
J. Grünhaupt

Ehrenmitgliedschaft

Für Verdienste um die Fleckvieh-Simmenatalzucht in Deutschland wurde Herrn Lutz Marticke, Schönau, Sachsen und Herrn Erwin Kirchdorfer (Bayern) auf Beschluss der Mitgliederversammlung die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes Deutscher Simmentalzüchter und Halter (VDSi) verliehen.

Lutz Marticke ist 58 Jahre alt. Er studierte an der Universität Leipzig Landwirtschaft. Seit der Wende arbeitet er in der Bäckerei seines Bruders und baute daneben einen Nebenerwerbsbetrieb auf Fleckviehbasis auf. Von Anfang an stand die züchterische Entwicklung der Herde im Fokus. Dazu gehörte unbedingt der Einsatz der besten nationalen und internationalen KB Vererber. Ein besonderer betrieblicher Schwerpunkt war die Fixierung der natürlichen Hornlosigkeit im Bestand, verbunden mit der Selektion auf Milch-und Fleischleistung. Diese zielgerichtete Zuchtarbeit hatte in Sachsen und weit darüber hinaus Spuren hinterlassen. In den zurückliegenden Jahren waren Zuchttiere aus dem Betrieb Marticke bundesweit äußerst gefragt. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch deutlich an der langen Erfolgsliste im Schau-und Auktionswesen. So kann Lutz Marticke auf fünf Championtitel, zwei Bundesreservesiege in Erfurt mit Färsen, den Bundessiegertitel Kühe Berlin 2008 und top Auktionsergebnisse zurückblicken. Besonders hervorzuheben ist dabei der Rassesieg bei der 10. Best Of in Groß Kreutz mit der Imperator-Tochter Nora. Ende Juni 2018 übergibt Lutz Marticke den Betrieb an seinen Sohn Andreas.

Erwin Kirchdorfer hat auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, den er zusammen mit seiner Frau Waltraud führte, schon früh neben der Milchviehhaltung auch eine Mutterkuhherde aufgebaut. Schon Anfang der 80iger Jahre gehörte er zu den Pionieren der Hornloszucht in Bayern. Nach der Wende waren es nicht zuletzt Top hornlose Zuchttiere aus dem Betrieb Kirchdorfer, die diese Idee auch in den neuen Bundesländern populär machte. Als Züchter zeichnet Erwin Kirchdorfer besonders sein langer Atem in der Zucht aus. Seine Zuchtphilosophie, wie milchreiche Linien, Hornlosigkeit, rahmige Tiere mit gutem Fleischansatz und sehr guten Aufzuchtleistungen, erforderten stets eine strenge Selektion in der Herde. Den Lohn dieser Arbeit waren unter anderem bundesweite Zuchterfolge. Er stellte den Bundessiegerbullen Hansi auf der Bundesfleischrindschau 1996 in Berlin und er war sehr erfolgreich auf der ersten Bundeschau für Fleischfleckvieh 1997 in Ulm. Der europäisch bekannte Besamungsbulle Strabino PP wurde im Betrieb Kirchdorfer gezogen. Der VDSi dankt den neuen Ehrenmitgliedern für Ihren Einsatz. Ihr Rat und ihr reicher Erfahrungsschatz werden unter Garantie noch viele junge Züchter inspirieren.

Herzlichen Glückwunsch dem Ehrenmitglied Lutz Marticke

Herzlichen Glückwunsch dem Ehrenmitglied Lutz Marticke

Mitgliederversammlung

Geschäftsbericht

Mit 11.204 Kühen stellt Fleckvieh-Simmental nach wie vor den zahlenmäßig größten Herdbuchbestand in Deutschland. Die Zahl der VDSi-Mitglieder stieg im Berichtsjahr inklusive der Ehrenmitglieder auf insgesamt 166 Betriebe. Das Ehrenamt mit Vorstand und Beirat hat sich zur Beratung getroffen am 19.05.2017, am 10.08.2017, am 23.02.2018 in Neustadt/Orla. Der Züchterische Höhepunkt des Jahres 2018 wird die „3. Bundesjungviehschau“ verbunden mit dem 1. Internationalen Jungzüchterwettbewerb in Erfurt. Neben den Jungzüchtern aus Deutschland haben sich junge Leute aus Tschechien, Österreich, Schweiz und Deutschland angemeldet. Der VDSi plant für 2018 eine neue Ausgabe des „Fleckvieh-Simmental Journal“. (Erscheinungstermin bis 23.9.18). Auf Grund der sehr umfangreichen Arbeits-und Finanzschwerpunkte musste der VDSi die Beteiligung auf der EuroTier im November 2018 absagen.


Haushaltsbericht

Für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2017 wurden Einnahmen von 14.117,10 € und Ausgaben von € 15.082,14 € nachgewiesen. Daraus ergibt sich ein Saldo von 965,04 €. Die Kassenprüfung ergab eine ordentliche Haushaltführung. Die Mitgliederversammlung beschloss bei einer Enthaltung die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführer Für das Jahr 2018 (IST 6.6.18 und Voranschlag bis 31.12. 18 wird als Worst Case von Einnahmen in Höhe von minimal 20.900 € und Ausgaben in Höhe von 22.050 € ausgegangen. Daraus würde sich ein maximales Minus von 1.150 € ergeben. Maßgeblichen Einfluss auf dieses Ergebnis haben die drei Vorhaben Bundesschau, Jungzüchterwettbewerb Erfurt und Fleckvieh-Simmental Journal. Im Fall des Falles wird das Minus ausgeglichen durch Auflösung des Rücklagekontos. Der Voranschlag wurde ausführlich diskutiert und mit überwiegender Zustimmung bei einer Enthaltung angenommen. Die Prognose für den Haushalt 2019 umfasst Einnahmen in Höhe 14.100 € und Ausgaben in Höhe von 12.150 €. Das positive Ergebnis von 1.950 € ermöglicht eine Neuanlage des Rücklagenkontos. Der Voranschlag 2019 wurde einstimmig angenommen.


Sitzung Vorstand und Zuchtbeirat am 24.06.2018 in Hohenroda

Neben den Punkten Bundesschau, Jungzüchterwettbewerb Erfurt, Fleckvieh-Simmental Journal und Züchterreise Tschechien stand nochmals ein Antrag von Elke und Günter Hinck (Niedersachsen) zur Erneuerung des Simmental-Shops auf der Tagesordnung. Der Vorstand prüft die komplette Übergabe aller Shop-Aktivitäten an Elke Hinck und wird die Mitglieder zeitnah darüber informieren. Des Weiteren wurde diskutiert, inwieweit die Einschränkung des Zugangs zu www.simmental.de (nur für Mitglieder) aufrecht erhalten wird. Als Fazit der Diskussion wurde festgelegt, es bleibt vorerst unverändert bei den getroffenen Festlegungen. Ausländische Partnerverbände erhalten künftig einen eigenen Zugangscode.

Abschließend möchte das Ehrenamt im Namen der Gäste und Mitglieder allen an der Ausrichtung beteiligten Betrieben noch einmal ganz herzlich Danke sagen. Ganz besonders haben wir uns auch über den Besuch unserer Partner und Freunde aus der Schweiz gefreut. Es war ein tolles Jubiläum.

Gernot Pohl